Baudenkmal Nr. B/045 - Pfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer
Adresse
Koordinaten: 51.71792104190174, 9.183233896310918
Adresse: Kirchpl. 4, 33034 Brakel
Charakteristische Merkmale des Denkmals
Mittelalterliche Pfarrkirche mit umgebendem, 1791 aufgegebenem Friedhof und der nördlich anschließenden, sog. Wedeme (mittelalterliches Pfarrhaus). Die Bestandteile des Bodendenkmals sind die Spuren der Kirche, des Friedhofs und des Pfarrhauses, die obertägig nicht sichtbar, im Boden jedoch erhalten sind.Begründung der Eintragung
Denkmalart: Ortsfestes Baudenkmal
Name des Denkmals: Pfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer
Begründung: "Die Pfarrkirche St. Michael und St. Johannes in Brakel wird 1213 anlässlich einer Schenkung des Geschlechtes von Brakel erstmals urkundlich genannt, dürfte aber ein weitaus höheres Alter besessen haben. Für diese bislang noch nicht durch archäologische Hinweise untermauerte Annahme spricht u.a. die Erwähnung des Ortes Brakel als letzte Ubernachtungsstation bei der Überführung der Reliquien des hl. Vitus von Paris nach Corvey im Jahre 836, weiterhin 1036 erwähnter Hofbesitz des Bischofs von Paderborn in Brakel, dessen Herleitung aus Königsbesitz und damit mutmaßlich hohes Alter als sicher gilt."
"Der bestehende Kirchenbau ist in wesentlichen Teilen eine Basilika des 12. Jahrhunderts mit baulichen Veränderungen des 14.,16. und 19. Jahrhunderts: Nach einer Bauinschriff von 1338 wurde in dieser Zeit ein älterer Ostabschluß durch den Chor in gotischen Stilformen ersetzt und ebenfalls der Westturm erneuert. Nach einer schweren Brandkatastrophe von 1517 erfolgte die Erneuerung des Westturmes, gleichzeitig die Angleichung des südlichen Seitenschiffes an die Höhe des Mittelschiffes sowie der Neubau des südlichen Querhauses und des östlich anschließenden Joches. Das nördliche Seitenschiff wurde von dem Modernisierungsversuch des 16. Jahrhunderts nicht mehr erfasst, die Angleichung des nördlichen Querhauses und des östlich anschließenden Bautraktes an die entsprechenden Bauteile auf der Südseite ist erst einem Umbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts zuzuschreiben. 1846/49 entstand der heutige Westturm. Diesen Umbaumaßnahmen des 19. Jahrhunderts dürften auch zwei angebaute Kapellen an der Nordseite von Turm und nördlichem Querhaus zum Opfer gefallen sein."
"Nach Landtagsbeschluß von 1791 wurde wenig später der Friedhof, auf dem sich mehrere Beinhäuser sowie ein Ossuarium am Turm befunden haben sollen, von der PFarrkirche weg vor das Hanekampertor (bis 1880) verlegt."
"Von den zahlreichen Häusern der Geistlichkeit, die sich fast alle in der Nähe der Kirche und in der Pappngasse befunden hahen, war die sog. Wedeme, das Gehöft des Pfarrers nördlich der Pfarrkirche, das bedeutendste. Ein nach den Angaben der Heimatliteratur von dem Pfarrer Bertold von Berg Mitte des 14. Jhs. errichtetes Steinhaus mit Treppengiebel wurde 1856 abgebrochen und durch einen Neubau auf dem hinteren Teil des Pfarrgrundstückes ersetzt. Dieser überdeckt nicht die Fläche des giebelständig zur Straße ausgerichteten Steinhauses, wie die Fortschreibung der Urkatasterkarte von 1831 verdeutlicht, so daßdie Reste des mittelalterlichen Gebäudes untertägig erhalten sind. Das Pfarranwesen als Wohnsitz des Pfarrers, des bedeutendsten Vertreters der Geistlichkeit in Brakel, besitzt für die Geschichte und Entwicklung Brakels Bedeutung. Wissenschaftliches Interessegilt insbesondere dem Alter und der Baustruktur des bis 1856 vorhandenen steinernen Vorgänger-gebäudes. "
"Auf die Bedeutung der Pfarrkirche von Brakel verweist nicht nur, dass sie im späten Mittelalterals Dekanatssitz fungierte, sondern auch, dass sie mit einer überaus großenAnzahlvon Altären ausgestattet war.1346 lassen sich neben dem Pfarrer noch zwei Kapläne,der Schul1ehrersowiesiebenVikare für einzelne Altäre nachweisen, deren Zahl durch weitere Altarstiftungendes 15. Jahrhunderts eher noch vergrößert worden sein dürfte und die BrakelerPfarrkirchevor der ReformatioeninemKollegiatssti'ft vergleichbar macht."
"Die Pfarrkirche von Brakel bildete den geistlichenMittelpunktder vorstädtischeSniedlungundder zwischen 1213 und 1223 gegründeten Stadtundbesitztfür dieGeschichteundEntwicklunvgonBrakel Bedeutung. Wissenschaftliches Interesse betrifft insbesondereden in Teilennur nochuntertägig vorhandenen Kirchenbau des 12. Jhs. sowie das Alter und die Struktur der anzunehmendeVnorgängerbauten. - Nach § 2 DSchG handelt es sich umein Bodendenkmala, ndessenErhaltuneginöffentliches Interesse besteht, weil es Überreste einer Kirche, eines Friedhofes und eines Pfarrhauses aus dem Mittelalter im Boden enthält, die für die Stadtentwicklung,die GeschichtedesMenschenund die Siedlungsgeschichte des Raumes von Bedeutungsind undweil hierfürwissenschaftlicGheründe
vorliegen."
Eigentümer
Kath. Pfarrkirche zu Brakel
Nutzungsart
Kultur, Park, Garten
Baujahr und Besonderheiten der Architektur
12. Jahrhundert
Nutzung des Denkmals (früher & heute)
Geschichten, Anekdoten und Bewohner:innen des Denkmals
Bermerkungen
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