Baudenkmal Nr. A/140 - Altbau des Sparkassenhauptgebäudes mit Direktorenhaus
Adresse
Koordinaten: 51.71605747160274, 9.181174259817798
Adresse: Nieheimer Str. 2, 33034 Brakel
Charakteristische Merkmale des Denkmals
Gebäudegruppe am westlichen Ende der wichtigen Straße Hanekamp, bestehend aus Sparkassengebäude (a) und Wohnhaus (b).
a) Direkt am Hanekamp traufenständiger, zweigeschossiger Putzbau zu 6 Achsen unter mit Pfannen gedecktem Mansardwalmdach. Das hohe Sockelgeschoß mit schweren Kunststein- Fenstereinfassungen und geschmiedeten Vergitterungen schließt nach oben ab mit umlaufenden Gesims. Pilaster im Wechsel mit Fenstem gliedern die verhältnismäßig strenge Fassade. Das Mansarddach hat einige Dachhäuschen, im Walmbereich befinden sich Fledemausgauben. Der nach Osten anschließende zweigeschossige Erweiterungsbau weist die gleiche Formensprache auf, lediglich das Obergeschoß, und damit auch die Fenster, hat eine geringere Höhe als der ältere Baukörper. Das ausgebaute Dach, ebenfalls ein Mansardwalmdach, hat Dachhäuser mit jeweils 6 bandartig nebeneinander angeordneten Fenstern. An der östlichen, der Stadt zugewandten Giebelfassade befindet sich ein ausluchtartiger, eingeschossiger Vorbau mit einer Verkleidung aus Kunststeinplatten, die künstlerisch bearbeitet sind: Der Pfeiler an der südlichen Schmalseite zeigt stilisierte Darstellungen einer Sackkarre mit Sonne darüber, an der gegenüberliegenden Seite ist eine Lore dargestellt mit Zahnrädern und einem Hammer darüber. Die Hauptseite zeigt vor dem linken äußeren Pfeiler die annähemd lebensgroße halbplastische Darstellung eines Mannes mit einem Behälter (?), darunter die Inschrift DIE KASSE SCHÜTZT UND HÜTET DIR DEIN GELD UND ZAHLET ZINS DAFÜR. An dem äußeren rechten Pfeiler befindet sich analog die Darstellung einer bäuerlichen Frau mit Holzschuhen, Kopftuch uns Sparstrumpf mit der Unterschrift DAS GELD IM STRUMPFE DIESER BRAUCH IST UNKLUG UND GEFÄHRLICH AUCH: Die beiden mittleren Pfeiler habe stilisierte Reliefdarstellungen eines Hammers mit Eichenlaub, darunter die Inschrift: VERSCHWENDE NICHT SEI STETS BESONNEN BEDENKE ERSPART IST SO GUT WIE GEWONNEN, und eines Aesculapstabes, Inschrift darunter: JUNGES BLUT SPAR DEIN GUT ARMUT DEM ALTER WEHE TUT. In der Gebälkzone über den Pfeilern sind über den drei Fenstern der Hauptseite drei Wappen zu sehen, links das der Stadt Brakel, mittig das des Landes Nordrhein- Westfalen und rechts das des Kreises Höxter. An der nördlichen Schmalseite gibt eine Inschrift die Baujahre an: DIE KREISSPARKASSE WURDE ERBAUT IM JAHRE 1912, ERWEITERT 1938. An der gegenüberliegenden Schmalseite wird der Künstler genannt: W. HANEBAL. Die Fenster sind aus der Bauzeit erhalten, die nördliche Traufseite und die östliche Giebelseite werden beeinträchtigt durch einen maßstabsprengenden Neubau sowie eine Verbreiterung des ursprrünglichen Gebäudes nach Norden. Der Eingang befand sich ursprünglich an der Westseite, wurde aber zwischenzeitlich mehrfach verändert. Im Obergeschoß des Gebäudeteils von 1912 befindet sich ein großer Sitzungssaal, der zugänglich ist über ein separates Treppenhaus. Da das Gebäudeinnere mehrfach den Nutzungsanforderungen angepaßt wurde, beschränkt sich der Denkmalswert auf die Fassaden einschließlich der Dachkörper.
b) Direkt an die nördliche Traufseite des älteren Bauteils angebaut wurde das Wohnhaus für den Rendanten. Es wurde in einem Zuge mit entworfen und errichtet und weist ähnliche Gestaltungsmerkmale auf wie das Sparkassengebäude. Der 1 1/2- geschossige Putzbau auf L-förmigem Grundriß ist zurückliegend giebelständig zur Nieheimer Straße, hat ein Mansarddach, an der nördlichen Traufseite einen Risalit mit Zwerchhaus sowie einen eingeschossigen halbrunden Vorbau mit darüberliegendem Balkon an der Westgiebelfassade. Der verhältnismäßig weite Dachüberstand hat kassettierte Unterseiten, die Belichtung des Dachraumes erfolgt neben den kleinen Fenstem der Giebelseiten durch Fledermausgauben. Die Fenster sind, bis auf ein großes, modernes Fenster an der Nordseite, bauzeitlich erhalten und haben an der westlichen Giebelseite Klappläden. Da die Geschäftsräume an der Rosenstraße der 1848 gegründeten Kreissparkasse Höxter in Brakel nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entsprachen, beschloß man, einen Neubau zu errichten. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück erwies sich zunächst als schwierig, bis es 1912 gelang, einen Bauplatz westlich der historischen Altstadt zu erwerben. Der Berliner Architekt Hermann Fleck wurde mit dem Entwurf beauftragt und konzipierte ein modernes Sparkassengebäude und ein direkt angebautes Einfamilienwohnhaus in neubarocker Formensprache. 1936 wurde das Sparkassengebäude wegen des erhöhten Raumbedarfs enveitert. Nach einem Wettbewerb wurde nach den Plänen des Brakeler Architekten Franz Allerkamp der vorhandene den Erfordernissen entsprechend umgebaut und erweitert. Architekturdetails wie der mit Reliefs und Inschriften geschmückte Vorbau an der stadtseitigen Giebelfassade und die - heute nicht mehr vorhandene- Ausstattung u.a. der Eingangshalle machen den zeitgenössischen Repräsentationswillen und das Selbstverständnis der Kreissparkasse deutlich. Daraus ergibt sich die Bedeutung dieser Gebäudegruppe für die Stadt Brakel und den Kreis Höxter. An der Erhaltung und Nutzung gem. § 2.1 DSchG besteht daher aus wissenschaftlichen, insbesondere orts- und stadtentwicklungsgeschichtlichen sowie, wegen der städtebaulich wirksamen Lage direkt hinter der Stadtbefestigung am westlichen Eingang des Stadtkerns und direkt an der Kreuzung der Warburger Straße/ Hanekamp und Bahnhofstraße/ Nieheimer Straße städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse. Denkmalswert sind das Sparkassengebäude mit seinen Fassaden und dem Dachkörper sowie das Direktorenhaus mit Dachkörper und Fassaden, nicht jedoch jeweils das Gebäudeinnere.
Begründung der Eintragung
Denkmalart: Baudenkmal
Name des Denkmals: Altbau des Sparkassenhauptgebäudes mit Direktorenhaus
Begründung:
Eigentümer
Zweckverbandssparkasse Höxter
Nutzungsart
Sparkassen- und Bürogebäude
Baujahr und Besonderheiten der Architektur
Nutzung des Denkmals (früher & heute)
Geschichten, Anekdoten und Bewohner:innen des Denkmals
Bermerkungen
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