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Baudenkmal Nr. B/045 - Pfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer

Adresse

Koordinaten: 51.71534315162132,71792104190174, 9.188646949639468183233896310918

Adresse: AmKirchpl. Bahndamm 2,4, 33034 Brakel 

Charakteristische Merkmale des Denkmals AufMittelalterliche einem großzügigen, direkt an die Bebauung der,,Südmauer" anschließenden Gartengrundstück errichtet 1927/28 der am St. Vinzenz-Hospitaal als Chefarzt tätige Dr. Umenhof nach Plänen des Brakeler Architekten Hans Happ sein Wohnhaus. Der südliche Grundstücksbereich wird annähernd halbrund begrenzt durch die Ostheimer Straße und die hier abzweigende Zufahrt zum Bahnhof. Vom GrundstücksbereichPfarrkirche mit demumgebendem, Wohnhaus1791 wirdaufgegebenem dieser Teil abgetrennt durch die Brucht, über die eine BRücke führt. Durch den großflächigen Straßenausbau, wohl im Zusammenhang mit der Errichtung des Städtischen Neusprachlichen Gymnasiums am Bahndamm im Jahr 1962, wurde der südliche Grundstücksbereichzur öffentlichen Verkehrsfläche umgestaltet. Bei dem Wohnhaus handelt es sich um einen zurückliegenden zweigeschossigen, unterkellerten Putzbau zu vier Achsen auf Rustika- Sandsteinsockel unter mit Biberschwanz-Ziegeln gedecktem Mansarddach mit geschweiften Abgängen. An der ebenfalls vierachsigen südlichen Fassade setzt über zwei Achsen ein bauzeitlicher Vorbau mit darüberliegendem Balkon, dessen Eisengitter zwischen verputzten Pfeilern bauzeitlich erhalten ist, an. Der Haupteingang befindet sich an der Ostseite, ebenfalls ein Nebeneingang. An der nordöstlichen Gebäudeecke befindet sich ein gleichfalls bauzeitlicher, zweigeschossiger Garagenanbau mit darüber liegendem ,,Zimmer des Chauffeurs" (lt. Bauzeichnung). Dieser nicht unterkellerte, ursprünglich mit eigenem Eingang an der Ostseite erschlossene Baukörper hat flachgeneigte, mit Bitumen gedeckte Dachflächen. Ein weiterer Vorbau, und zwar über segmentbogigem Grundriss als repräsentativ mit Pfeilerstellungen unter flachgeneigtem Walmdach (Bitumendeckung) errichteter Eingangsbau, befindet sich an der Nordfassade (Gebäuderückseite). Die Dachflächen über der Süd-Friedhof und der Westfassadenördlich sindanschließenden, durchbrochensog. vonWedeme je(mittelalterliches einem bauzeitlichen Zwerchhaus zu zwei Achsen mit einer flachen, etwas eingezogenen Dreiecksgiebelbekrönung.Pfarrhaus). Die Gebäudeecken (und die PfeilerBestandteile des rückwärtigen Anbaus) haben Stuckpilaster mit regelmäßigen horizontalen Profilen, so dass sich quaderähnliche Kompartimente ergeben, die die schwach vorkragende Traufzone gleichsam stützen. Die Erdgeschoss-Fenster werden betont durch eine kleine Gebälkzone. Darüber hinausBodendenkmals sind die FassadenSpuren sparsamder gegliedert.Kirche, Zudes den Hauseingängen führen Treppenanlagen mit Blockstufen aus rotem Sandstein. Die FensterFriedhofs und Außentürendes wurdenPfarrhauses, erneuert.die Der derzeitige Anstrich entsprichtobertägig nicht demsichtbar, ursprünglichenim Zustand.Boden Im Gebäudeinneren sind die Strukturen einschließlich der Ausstattung weitgehend bauzeitlichjedoch erhalten geblieben; die wenigen Veränderungen sind reversibel. Hinter der solide erneuerten Haustür befindet sich das Entré mit einem Bodenbelag aus sehr kleinen quadratischen, in geometrischer Musterung verlegten grauen, hellbraunen und schwarzen Fliesen. Die Wände sind etwa mannshoch verkleidet mit großformatigen, dunkelgrünen Keramikplatten mit lebhaft ungleichmäßigen Oberflächen und mit vertikalen und horizontalen Abschlüssen aus Relieffliesen mit stilisierten floralen Ornamenten, teilweise als gerundete Kantenfliesen, Rechts und links erschließen Türen die angrenzenden Räume (links ursprünglich das Wartezimmer für die Patienten und Patientinnen, rechts führt ein Durchgang zum WC sowie zum Dienstboteneingang und -flur. Eine doppelflügelige Füllungstür mit expressionistisch anmutenden Sprossen in den oberen Partien und im Oberlicht führt in die Diele als Vorraum zum Sprechzimmer (mit umlaufender hölzerner Wandverkleidung aus der Bauzeit) und den Wohnräumen. Diese in für das gehobene Bürgertum traditioneller Folge: Empfangszimmer, Speisezimmer und Herrenzimmer. Auch die Küche mit angrenzender Besenkammer und Vorratsraum befindet sich im Erdgeschoss. Die bereits bauzeitlich im Empfangs- und im Speisezimmer angelegten Türen ins Freie können einen Hinweis geben auf einen gestalteten Garten, dessen Strukturen heute nicht mehr vorhanden sind. Die Türdrücker sind weitgehend bauzeitlich erhalten. Empfangszimmer und Speisezimmer sind verbunden durch eine Schiebetür. Alle Räume haben Holzfußböden der Bauzeit, z.T, Eichenparkett. Die Treppenanlage des Nebentreppenhauses ist annähernd identisch, aber etwas schlichter ausgebildet als die Haupttreppe, der Bodenbelag besteht ebenfalls aus kleinen quadratischen Fliesen, hier schwarz und grau. Die ehemalige Garage einschließlich Wendeltreppenerschließung des Chauffeurszimmers wurde der Wohnung zugeordnet und entsprechend verändert. Von der Diele aus führt eine Holztreppe mit beschnitztem Antrittspfosten und Stabbalustern in das Obergeschoss, in dem die Türen zu den Wohnräumen in Rahmen mit kassettierten Laibungen sitzen. Im Obergeschoss lag neben dem Kinderschlafzimmer  das "Fräuleinzimmer" (lt. Bauzeichnung); für weitere Hausbedienstete befanden sich drei Kammern im Dachgeschoss. Das Kellergeschoss mit flachen preußischen Kappen hat einen separaten Zugang von der Südwestseite aus (ehem. Waschküche). Eine Stützmauer aus Natursteinen bildet die westliche Grundstücksgrenze zum Siechenbach; sie ist die Bestandteil des Baudenkmals. 
Begründung der Eintragung

Denkmalart: Ortsfestes Baudenkmal

Name des Denkmals: MassivesPfarrkirche VillengebäudeSt. Michael und Johannes der Täufer

Begründung: Diese"Die repräsentativePfarrkirche VillaSt. Michael und St. Johannes in Brakel wird 1213 anlässlich einer Schenkung des Geschlechtes von Brakel erstmals urkundlich genannt, dürfte aber ein weitaus höheres Alter besessen haben. Für diese bislang noch nicht durch archäologische Hinweise untermauerte Annahme spricht u.a. die Erwähnung des Ortes Brakel als letzte Ubernachtungsstation bei der Überführung der Reliquien des hl. Vitus von Paris nach Corvey im Jahre 836, weiterhin 1036 erwähnter Hofbesitz des Bischofs von Paderborn in Brakel, dessen Herleitung aus Königsbesitz und damit mutmaßlich hohes Alter als sicher gilt."
"Der bestehende Kirchenbau ist bedeutendin wesentlichen Teilen eine Basilika des 12. Jahrhunderts mit baulichen Veränderungen des 14.,16. und 19. Jahrhunderts: Nach einer Bauinschriff von 1338 wurde in dieser Zeit ein älterer Ostabschluß durch den Chor in gotischen Stilformen ersetzt und ebenfalls der Westturm erneuert. Nach einer schweren Brandkatastrophe von 1517 erfolgte die Erneuerung des Westturmes, gleichzeitig die Angleichung des südlichen Seitenschiffes an die Höhe des Mittelschiffes sowie der Neubau des südlichen Querhauses und des östlich anschließenden Joches. Das nördliche Seitenschiff wurde von dem Modernisierungsversuch des 16. Jahrhunderts nicht mehr erfasst, die Angleichung des nördlichen Querhauses und des östlich anschließenden Bautraktes an die entsprechenden Bauteile auf der Südseite ist erst einem Umbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts zuzuschreiben. 1846/49 entstand der heutige Westturm. Diesen Umbaumaßnahmen des 19. Jahrhunderts dürften auch zwei angebaute Kapellen an der Nordseite von Turm und nördlichem Querhaus zum Opfer gefallen sein."
"Nach Landtagsbeschluß von 1791 wurde wenig später der Friedhof, auf dem sich mehrere Beinhäuser sowie ein Ossuarium am Turm befunden haben sollen, von der PFarrkirche weg vor das Hanekampertor (bis 1880) verlegt."
"Von den zahlreichen Häusern der Geistlichkeit, die sich fast alle in der Nähe der Kirche und in der Pappngasse befunden hahen, war die sog. Wedeme, das Gehöft des Pfarrers nördlich der Pfarrkirche, das bedeutendste. Ein nach den Angaben der Heimatliteratur von dem Pfarrer Bertold von Berg Mitte des 14. Jhs. errichtetes Steinhaus mit Treppengiebel wurde 1856 abgebrochen und durch einen Neubau auf dem hinteren Teil des Pfarrgrundstückes ersetzt. Dieser überdeckt nicht die Fläche des giebelständig zur Straße ausgerichteten Steinhauses, wie die Fortschreibung der Urkatasterkarte von 1831 verdeutlicht, so daßdie Reste des mittelalterlichen Gebäudes untertägig erhalten sind. Das Pfarranwesen als Wohnsitz des Pfarrers, des bedeutendsten Vertreters der Geistlichkeit in Brakel, besitzt für die Geschichte und Entwicklung Brakels Bedeutung. Wissenschaftliches Interessegilt insbesondere dem Alter und der MenschenBaustruktur des bis 1856 vorhandenen steinernen Vorgänger-gebäudes. "
"Auf die Bedeutung der Pfarrkirche von Brakel verweist nicht nur, dass sie im späten Mittelalterals Dekanatssitz fungierte, sondern auch, dass sie mit einer überaus großenAnzahlvon Altären ausgestattet war.1346 lassen sich neben dem Pfarrer noch zwei  Kapläne,der Schul1ehrersowiesiebenVikare für einzelne Altäre nachweisen, deren Zahl durch weitere Altarstiftungendes 15. Jahrhunderts eher noch vergrößert worden sein dürfte und die BrakelerPfarrkirchevor der ReformatioeninemKollegiatssti'ft vergleichbar macht."
"Die Pfarrkirche von Brakel bildete den geistlichenMittelpunktder vorstädtischeSniedlungundder zwischen 1213 und 1223 gegründeten Stadtundbesitztfür dieGeschichteundEntwicklunvgonBrakel Bedeutung. Wissenschaftliches Interesse betrifft insbesondereden in derTeilennur Stadtnochuntertägig Brakel,vorhandenen dennKirchenbau siedes belegt12. einerseitsJhs. sowie das Alter und die AusdehnungStruktur der StadtanzunehmendeVnorgängerbauten. über- Nach § 2 DSchG handelt es sich umein Bodendenkmala, ndessenErhaltuneginöffentliches Interesse besteht, weil es  Überreste einer Kirche, eines Friedhofes und eines Pfarrhauses aus dem Mittelalter im Boden enthält, die stadtmauerbegleitenden Straßen hinaus in Richtung Bahnhof, eine städtebauliche Lage,für die damals
durchausStadtentwicklung,die GeschichtedesMenschenund die Aufgeschlossenheit der Erbauer gegenüber dem technischen Fortschritt zeigte, Andererseits dokumentiert sie die Entwicklung bürgerlichen Wohnens in den 1920er Jahren. Während die Fassade sich recht zurückhaltend und überwiegend an der
traditionelien Formensprache orientiert darbietet, zeugt die ausgesucht riobie AusstattungSiedlungsgeschichte des Gebäudeinneren zusammen mit der RaumfolgeRaumes von denBedeutungsind Wohnvorstellungenundweil und Lebensumständen des Krankenhausarztes und seiner Familie. An AusstattungsdetailshierfürwissenschaftlicGheründe
wird die Aufgeschlossenheit gegenüber der expressionistischen Formensprache deutlich, beispielsweise die Fliesenmosaiken der Entr6bereiche, die Versprossung der Trenntür o.ä. An der Erhaltung und Nutzung gem, § 2.1 DSchG NW besteht daher aus orts- und sozialgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Da die Villa auch heute noch die Stadtansicht von Süden entscheidend mitprägt, werden auch städtebauliche Erhaltungsgründe angeführt.vorliegen."

Eigentümer

ChristianKath. Meyer,Pfarrkirche Sebastianzu MeyerBrakel

Nutzungsart Wohngebäude

Kultur, Park, Garten

Baujahr und Besonderheiten der Architektur

1927/192812. Jahrhundert 

Nutzung des Denkmals (früher & heute)

 

Geschichten, Anekdoten und Bewohner:innen des Denkmals

 

Bermerkungen