Baudenkmal Nr. B/045 - Pfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer
Adresse
Koordinaten: 51.71534315162132,71792104190174, 9.188646949639468183233896310918
Adresse: AmKirchpl. Bahndamm 2,4, 33034 Brakel
Charakteristische Merkmale des Denkmals
Begründung der Eintragung
Denkmalart: Ortsfestes Baudenkmal
Name des Denkmals: MassivesPfarrkirche VillengebäudeSt. Michael und Johannes der Täufer
Begründung: Diese"Die repräsentativePfarrkirche VillaSt. Michael und St. Johannes in Brakel wird 1213 anlässlich einer Schenkung des Geschlechtes von Brakel erstmals urkundlich genannt, dürfte aber ein weitaus höheres Alter besessen haben. Für diese bislang noch nicht durch archäologische Hinweise untermauerte Annahme spricht u.a. die Erwähnung des Ortes Brakel als letzte Ubernachtungsstation bei der Überführung der Reliquien des hl. Vitus von Paris nach Corvey im Jahre 836, weiterhin 1036 erwähnter Hofbesitz des Bischofs von Paderborn in Brakel, dessen Herleitung aus Königsbesitz und damit mutmaßlich hohes Alter als sicher gilt."
"Der bestehende Kirchenbau ist bedeutendin wesentlichen Teilen eine Basilika des 12. Jahrhunderts mit baulichen Veränderungen des 14.,16. und 19. Jahrhunderts: Nach einer Bauinschriff von 1338 wurde in dieser Zeit ein älterer Ostabschluß durch den Chor in gotischen Stilformen ersetzt und ebenfalls der Westturm erneuert. Nach einer schweren Brandkatastrophe von 1517 erfolgte die Erneuerung des Westturmes, gleichzeitig die Angleichung des südlichen Seitenschiffes an die Höhe des Mittelschiffes sowie der Neubau des südlichen Querhauses und des östlich anschließenden Joches. Das nördliche Seitenschiff wurde von dem Modernisierungsversuch des 16. Jahrhunderts nicht mehr erfasst, die Angleichung des nördlichen Querhauses und des östlich anschließenden Bautraktes an die entsprechenden Bauteile auf der Südseite ist erst einem Umbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts zuzuschreiben. 1846/49 entstand der heutige Westturm. Diesen Umbaumaßnahmen des 19. Jahrhunderts dürften auch zwei angebaute Kapellen an der Nordseite von Turm und nördlichem Querhaus zum Opfer gefallen sein."
"Nach Landtagsbeschluß von 1791 wurde wenig später der Friedhof, auf dem sich mehrere Beinhäuser sowie ein Ossuarium am Turm befunden haben sollen, von der PFarrkirche weg vor das Hanekampertor (bis 1880) verlegt."
"Von den zahlreichen Häusern der Geistlichkeit, die sich fast alle in der Nähe der Kirche und in der Pappngasse befunden hahen, war die sog. Wedeme, das Gehöft des Pfarrers nördlich der Pfarrkirche, das bedeutendste. Ein nach den Angaben der Heimatliteratur von dem Pfarrer Bertold von Berg Mitte des 14. Jhs. errichtetes Steinhaus mit Treppengiebel wurde 1856 abgebrochen und durch einen Neubau auf dem hinteren Teil des Pfarrgrundstückes ersetzt. Dieser überdeckt nicht die Fläche des giebelständig zur Straße ausgerichteten Steinhauses, wie die Fortschreibung der Urkatasterkarte von 1831 verdeutlicht, so daßdie Reste des mittelalterlichen Gebäudes untertägig erhalten sind. Das Pfarranwesen als Wohnsitz des Pfarrers, des bedeutendsten Vertreters der Geistlichkeit in Brakel, besitzt für die Geschichte und Entwicklung Brakels Bedeutung. Wissenschaftliches Interessegilt insbesondere dem Alter und der MenschenBaustruktur des bis 1856 vorhandenen steinernen Vorgänger-gebäudes. "
"Auf die Bedeutung der Pfarrkirche von Brakel verweist nicht nur, dass sie im späten Mittelalterals Dekanatssitz fungierte, sondern auch, dass sie mit einer überaus großenAnzahlvon Altären ausgestattet war.1346 lassen sich neben dem Pfarrer noch zwei Kapläne,der Schul1ehrersowiesiebenVikare für einzelne Altäre nachweisen, deren Zahl durch weitere Altarstiftungendes 15. Jahrhunderts eher noch vergrößert worden sein dürfte und die BrakelerPfarrkirchevor der ReformatioeninemKollegiatssti'ft vergleichbar macht."
"Die Pfarrkirche von Brakel bildete den geistlichenMittelpunktder vorstädtischeSniedlungundder zwischen 1213 und 1223 gegründeten Stadtundbesitztfür dieGeschichteundEntwicklunvgonBrakel Bedeutung. Wissenschaftliches Interesse betrifft insbesondereden in derTeilennur Stadtnochuntertägig Brakel,vorhandenen dennKirchenbau siedes belegt12. einerseitsJhs. sowie das Alter und die AusdehnungStruktur der StadtanzunehmendeVnorgängerbauten. über- Nach § 2 DSchG handelt es sich umein Bodendenkmala, ndessenErhaltuneginöffentliches Interesse besteht, weil es Überreste einer Kirche, eines Friedhofes und eines Pfarrhauses aus dem Mittelalter im Boden enthält, die stadtmauerbegleitenden Straßen hinaus in Richtung Bahnhof, eine städtebauliche Lage,für die damalsdurchausStadtentwicklung,die GeschichtedesMenschenund die Aufgeschlossenheit der Erbauer gegenüber dem technischen Fortschritt zeigte, Andererseits dokumentiert sie die Entwicklung bürgerlichen Wohnens in den 1920er Jahren. Während die Fassade sich recht zurückhaltend und überwiegend an dertraditionelien Formensprache orientiert darbietet, zeugt die ausgesucht riobie AusstattungSiedlungsgeschichte des Gebäudeinneren zusammen mit der RaumfolgeRaumes von denBedeutungsind Wohnvorstellungenundweil und Lebensumständen des Krankenhausarztes und seiner Familie. An AusstattungsdetailshierfürwissenschaftlicGheründewird die Aufgeschlossenheit gegenüber der expressionistischen Formensprache deutlich, beispielsweise die Fliesenmosaiken der Entr6bereiche, die Versprossung der Trenntür o.ä. An der Erhaltung und Nutzung gem, § 2.1 DSchG NW besteht daher aus orts- und sozialgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Da die Villa auch heute noch die Stadtansicht von Süden entscheidend mitprägt, werden auch städtebauliche Erhaltungsgründe angeführt.vorliegen."
Eigentümer
ChristianKath. Meyer,Pfarrkirche Sebastianzu MeyerBrakel
Nutzungsart
Kultur, Park, Garten
Baujahr und Besonderheiten der Architektur
1927/192812. Jahrhundert
Nutzung des Denkmals (früher & heute)
Geschichten, Anekdoten und Bewohner:innen des Denkmals
Bermerkungen